1945 – 1960
Die Kölner Verkehrs-Betriebe im neuen Köln - Vom Zusammenbruch zum Wiederaufbau




Das Ausmaß der Zerstörungen in Köln ließ nur einen sehr schleppenden Wiederaufbau des Bahnnetzes zu. Und angesichts des Zerstörungsgrades und des allgemeinen Materialmangels war schon bald klar, dass trotz planmäßigen Vorgehens eine Wiederherstellung des Vorkriegsnetzes nicht möglich sein würde.
Man konzentrierte sich daher zunächst auf den Wiederaufbau der bisherigen Hauptachsen. Die allmählich wachsenden Netzteile beider Rheinseite wurden erst mit der Eröffnung der neuen Deutzer Brücke im Oktober 1948 wieder verbunden.

Trotz erheblicher Bemühungen war das öffentliche Verkehrsangebot bis zur zweiten Hälfte des 1950er Jahre weniger durch die Nachfrage als vielmehr durch die Zahl der verfügbaren Fahrzeuge und die beschränkten Möglichkeiten des Streckennetzes bestimmt.

Wegen des schlechten Zustands mussten in den 1950er Jahren sogar einige Bahnstrecken stillgelegt und die Verkehrsbedienung auf Busse umgestellt werden.
Die wesentliche Ursache dafür lag in dem hohen Investitionsbedarf, den die „Kölner Verkehrs-Betriebe“, wie das Unternehmen seit 1950 hieß, aus Eigenmitteln nicht aufbringen konnten.
Aber nicht allein fehlende Finanzmittel standen dem Wiederaufbau der Betriebsanlagen im Wege – auch der anwachsende Individualverkehr und der sich daraus ableitenden Ruf nach Aufbau einer „autogerechten Stadt“ behinderte zunächst großzügige Lösungen für den Öffentlichen Personennahverkehr.

Ein grundlegender Umschwung setzte erst ab der zweiten Hälfte der 1950er Jahre ein, nachdem der neue Generalverkehrsplan für Köln eine grundlegende Modernisierung des Straßenbahnverkehrs als unabdingbare Voraussetzung für die künftige Lösung der Kölner Verkehrsprobleme angemahnt hatte.
Wenngleich zahlreiche Vorschläge der Gutachter für die Verbesserung der Linienführung und die Erweiterung des Liniennetzes erst in den 1960/70er Jahren umgesetzt wurden, in einem sehr wichtigen Bereich engagierten sich die KVB bereits zum Ende des Jahrzehnts: Die 1959 in Betrieb gehende Severinsbrücke wurde sofort in das Bahnnetz integriert.
Soweit es mit den geringen Finanzmitteln möglich war, hatten die KVB auch im Fahrzeugbereich ab 1953 erhebliche Anstrengungen unternommen und innerhalb von sieben Jahren fast 360 Fahrzeuge modernisiert oder neu in Dienst gestellt.

1960 kam es kam zu einer zukunftsweisenden Entwicklung für das Unternehmen. Im November 1960 wurde der bisherige städtische Eigenbetrieb Kölner Verkehrs-Betriebe in eine Aktiengesellschaft umgegründet.
Zugleich erhielt die neue KVB AG mit dem ebenfalls zur Aktiengesellschaft umgegründeten Energie- und Wasserversorger, der Gas-, Elektrizitäts- und Wasserwerke Köln AG, einen starken Partner. Denn zeitgleich mit der Umgründung der beiden städtischen Eigentriebe in Aktiengesellschaften gründete die Stadt Köln die Holding Stadtwerke Köln GmbH unter deren Dach die beiden neuen Kölner Verkehrs- und Versorgungsunternehmen seitdem arbeiten.
1960, rund 15 Jahre nach Kriegsende war die Kölner Verkehrs-Betriebe AG damit zur Bewältigung der Verkehrsaufgaben einer Großstadt hinreichend ausgestattet.



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